1. Kann man sich einen Energieausweis selbst erstellen?

Nein. Für die Ausstellung von Energieausweisen sind nur Personen mit nachweislicher fachlicher Qualifikation berechtigt. Dies ist in §21 der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Angesichts der langfristigen (auch finanziellen) Verantwortung, die man seinem eigenen Haus, seinen Mietern oder Käufern und Pächtern gegenüber hat, sollte es auch offenkundig sein, für die Erstellung eines Energieausweises nur Experten zurate zu ziehen. Mit einer laienhaften Beurteilung der Energieeffizienz wäre niemandem gedient – Immobilienbesitzer verlören an dieser Stelle den objektiven Blick auf ihr Eigentum. Wird auch die Empfehlung künftiger Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz (welche ebenfalls auf dem Energieausweis vermerkt werden) von nicht-sachverständiger Meinung erstellt, verbauen sich Eigentümer den Weg in eine umweltschonende und zudem kostensenkende Zukunft. Auf diese Weise würde man sich nur selbst im Wege stehen.

Fragen zum Energieausweis haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

2. Was kostet ein Energieausweis?

Es gibt zwei Arten des Energieausweises: den sog. Bedarfsauswies und den Verbrauchsausausweis. Welcher für Sie erforderlich ist, hängt unter anderem vom Alter Ihrer Immobilie ab. Für Wohngebäude, die die Wärmeschutzverordnung von 1977 oder besser erfüllen, erstellen Ihnen unsere Experten einen Verbrauchsausweis ab 79,- Euro pro Gebäude. Der Ausweis ist rechtlich anerkannt laut §19 Energieeinsparverordnung (EnEV). Er beinhaltet ebenso fachkundige Vor- und Ratschläge zur Ergreifung energetisch sinnvoller Maßnahmen. Für Häuser, die noch vor dem 1. November 1977 gebaut wurden, bzw. deren Bauantrag vor diesem Datum gestellt wurde, muss der Bedarfsausweis erstellt werden; bei mehr als vier Wohneinheiten reicht auch ein Verbrauchsausweis. Die Erstellung erfolgt auf Grundlage der Bauunterlagen, der Daten der Gebäude- und Heiztechnik sowie standardisierter Nutzungs- und Klimabedingungen. Unsere Experten werden auch hier Vorschläge zur energetischen Modernisierung geben. Die Erstellung des Bedarfsausweises führen wir für 400,- Euro pro Gebäude durch. Informieren Sie sich auf unseren Seiten oder unter Frage 11, welcher Ausweis welche Aussagekraft hat. Für Nicht-Wohngebäude erstellen unsere Experten den Verbrauchsausweis für 195,- Euro pro Gebäude, den Bedarfsausweis für 745,- Euro pro Gebäude. Selbstverständlich gehört hier ebenfalls eine umfassende Analyse der Energieeinsparpotenziale dazu.

3. Wer erstellt einen Energieausweis?

Zur Erstellung eines Energieausweises für bestehende Wohngebäude sind nur fachlich qualifizierte Personen berechtigt, die nachweisliche Kenntnis in den Bereichen der Energieoptimierung erlangt haben. So ist es in §21 EnEV (Energieeinsparverordnung) geregelt. Zu den qualifizierten Personen gehören Hochschulabsolventen (ingenieurs-) technischer und architektonischer Fächer (Bauingenieurwesen, Bauphysik, Hochbau, (Innen-) Architektur und weitere verwandte Bereiche) und Handwerksmeister, die in ähnlichen Gebieten tätig sind/ waren. Also Personen, die in einem Bau-, Ausbau- oder anlagentechnischen Gewerbe eine höhere Qualifikation erlangt haben. Auch Fortbildungen in den entsprechenden Bereichen werden ggf. anerkannt, um die jeweilige Person zur Erstellung eines Energieausweises zu befähigen. Ebenfalls infrage kommen auch Personen des Schornsteinfegerwesens oder sonstiger Gewerke, die nach Bauordnung berechtigt sind, folgende Teile des Gebäudes zu beurteilen: - Gebäudehülle - Wärmeschutz - Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen - Warmwasserbereitungsanlage - Energieeinsparung Zur Erstellung eines Energieausweises für Nicht-Wohngebäude sind hingegen ausschließlich die genannten Personen mit Hochschulabschluss berechtigt.

4. Wie lange behalten Energieausweise ihre Gültigkeit?

Alle Energieausweise, die nach 2002 erstellt wurden, sind zehn Jahre ab Ausstellung gültig. Nach §17 Energieeinsparverordnung (EnEV) verlieren sie jedoch Ihre Gültigkeit, wenn für das jeweilige Gebäude ein neuer Energieausweis erforderlich wird. Dies beispielsweise, wenn die zu beheizende Nutzfläche um 50% oder um mehr als 50 m² vergrößert wird. Zu beachten ist hierbei hingegen auch die Aussagekräftigkeit älterer Ausweise. Zwar ändert sich nichts, wie eben beschrieben, an der Gültigkeit, doch wurde die Art der Skalierung des Bandtachos im Laufe der Jahre verändert, was einen großen Einfluss auf die Wirkung hat. Bei älteren Energieausweisen hat in dem Band von Grün (effizient) zu Rot (modernisierungsbedürftig) die schlechteste Klasse einen weitaus größeren Teil der Skalierung ausgemacht. So kann hier der Eindruck entstehen, dass schlecht sanierte Gebäude nur knapp an den Maßstäben effizientester Modernisierung scheitern. Wichtig ist also einzig die Beachtung des Energieendwertes. Dieser ist ein objektiver, nachprüfbarer Wert, der weitaus mehr aussagt als die Verortung auf der Skala des Energieausweises. Seit 2014 sind Vermieter/ Eigentümer/ Verpächter auch dazu verpflichtet, die zu dieser Zeit eingeführte Effizienzklasse (ähnlich wie bei Elektrogeräten), die auf der Einteilung der Skala beruht, bei Immobilienanzeigen anzugeben. Die aktuelle Version der Energieausweise ist also alles in allem aussagekräftiger und nutzerfreundlicher.

5. Wo kann man sich einen Energieausweis erstellen lassen?

Für einen Bedarfsausweis muss eine Vor-Ort-Begehung stattfinden, nur so macht eine Ermittlung der relevanten Daten an Ihrem Gebäude auch Sinn! Unser breites Netzwerk an Energieberatern steht Ihnen gerne zur Verfügung. Bei den zahlreichen Partnern aus der Region finden sich viele geeignete Fachleute in unseren Reihen. Werte für den Verbrauchsausweis müssen hingegen nicht vor Ort erhoben werden: hier ist es ausreichend, wenn der Besitzer die Verbrauchswerte der letzten drei Heizperioden (auch über die Abrechnung des Energieversorgers) zur Verfügung stellt. Für einen Bedarfsausweis sollten Sie immer eine Fachexpertise einholen lassen: Die Beurteilung allein auf Grundlage der eigenen Kenntnisse versperrt den Weg zu einer objektiven Beurteilung und verhindert, Einsparpotenziale konsequent aufzudecken. Ressourcenschonendes Wirtschaften bei Immobilien/ Wohnungen ist ein vielseitiges Zusammenspiel unterschiedlicher Maßnahmen. Nur vor Ort können Experten vorhandene Dämmung, Heizungs- und Lüftungssysteme etc. einschätzen und die aktuelle Effizienz beurteilen. Gleiches gilt für das Erkennen von Potenzialen und empfehlenswerter Modernisierungsmaßnahmen. Die Frage, welche Berufsgruppen genau eine rechtmäßige Erstellung des Energieausweises vornehmen dürfen, können Sie an anderer Stelle dieses FAQs nachlesen. (Verlinkung zu Frage 3: Wer erstellt einen Energieausweis?)

6. Welchen Energieausweis braucht man beim Verkauf von Immobilien?

Beim Verkauf von Immobilien gelten in Bezug auf den Energieausweis dieselben Vorschriften wie beim Vermieten. Es gibt zwei Arten der Ausweise; für die Erstellung eines Energieausweises ist vorrangig das Alter des Gebäudes entscheidend – Gebäude, deren Baugenehmigung vor dem 1. November 1977 erteilt wurde, benötigen den sog. Bedarfsausweis, wenn weniger als fünf Wohneinheiten vorliegen. Für jüngere Gebäude kommt in jedem Fall auch der Verbrauchsausweis infrage. Weitere Informationen zum
Unterschied zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis finden Sie in diesen FAQs. Welcher Energieausweis ist aussagekräftiger? Verbrauchsausweis? Oder Bedarfsausweis?). Wichtig ist beim Verkauf (und Vermieten) von Immobilien, darauf zu achten, dass in der Annoncierung die ausschlaggebenden Daten des Energieausweises ausgeschrieben sein müssen. Dazu zählen der Energiebedarf, bzw. -verbrauch, sowie der Energieträger der Heizung. Bei Energieausweisen, die nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, kommt zusätzlich die Ausweisung der Energieklasse hinzu. Des Weiteren gilt: Käufer (Mieter) müssen in jedem Fall vor Vertragsabschluss die Möglichkeit bekommen, den Energieausweis komplett einzusehen. In welcher Form dies geschieht, ist wiederum flexibel: Ob als Kopie in Papierform, als Aushang bei der Besichtigung angebracht oder via Email an Interessenten verschickt.

7. Wer braucht keinen Energieausweis?

Hauseigentümer, die ihre bereits bestehende Immobilie nicht vermieten, verkaufen oder verpachten wollen, müssen sich keinen Energieausweis erstellen lassen. Ebenfalls ausgenommen von der Ausweispflicht sind kleinere Gebäude, deren Nutzfläche unter 50 m² liegt sowie Baudenkmäler. Dennoch gilt: Der Energieausweis ist immer erforderlich bei Neubauten sowie umfassenden Sanierungen – etwa bei der Sanierung hin zu einem KfW-Effizienzhaus. Bei Missachtung drohen Strafen von bis zu 15.000 Euro. Grundsätzlich ist es aber für alle Hausbesitzer ratsam, sich einen Energieausweis erstellen zu lassen. Während der Einschätzung durch Experten entsteht eine komplette Analyse der Potenziale am Haus, die nicht nur die Umwelt schonen sondern auch den Geldbeutel langfristig entlasten können.

8. Wo kann man einen Energieausweis beantragen?

Ganz einfach und bequem über unser großes Experten-Netzwerk. Wir vermitteln regionale, unabhängige Energieberater, die sich vor Ort vom Zustand Ihrer Immobilie bzw. der Energieeffizienz überzeugen, ein umfassendes Bild der aktuellen Situation zeichnen und Potenziale eindeutig benennen können. Zuständig für die Kontrolle der Einhaltung der Energieeinsparverordnung bzw. für den Energieausweis sind je nach Bundesland unterschiedliche Behörden. Meist sind es die (unteren) Bauaufsichtsbehörden oder die Bauordnungsämter der jeweiligen Kommunen und Kreise, in denen die Gebäude stehen.

9. Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Die Regelungen dazu sind in §21 der Energieeinsparverordnung (EnEV) getroffen. Es dürfen ausschließlich Personen mit nachweislicher fachlicher Kompetenz bzw. Qualifikation einen Energieausweis für bestehende Gebäude ausstellen. Dazu zählen Hochschulabsolventen und Handwerksmeister jener Fachrichtungen und Gewerke, die unmittelbar mit der Thematik der Energieeffizienz bei Gebäuden zu tun haben. Verstöße bei Ausstellung oder Verwendung des Energieausweises können Bußgelder bis zu 15.000 Euro nach sich ziehen. Im Folgenden haben wir einen Überblick der in der EnEV aufgeführten Berufsgruppen für Sie zusammengestellt. Für alle gilt jedoch: Ein amtliches Zertifikat der Zulassung zum „Energieberater“ bzw. Ausstellungsberechtigten gibt es nicht. Verlassen Sie sich nicht allein auf die formale Qualifikation - dies sagt noch nichts über Erfahrung und Fähigkeiten aus. Sie können sich allerdings auf das Netzwerk der Effizienz:Klasse verlassen, dem ausschließlich bewährte Fachleute angehören. Zu den entsprechenden Fächern des berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses gehören: - Architektur - Hochbau - Bauingenieurwesen - Technische Gebäudeausrüstung - Physik/ Bauphysik - Maschinenbau - Elektrotechnik sowie weitere technische oder naturwissenschaftliche Fächer, die einen Ausbildungsschwerpunkt auf eines der genannten Gebiete legen. Ferner ausstellungsberechtigt sind Personen, die für ein zulassungspflichtiges Gewerbe im (Aus-)Bau oder der Anlagentechnik bzw. im Schornsteinfegergewerbe die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen – ebenfalls aber auch Handwerksmeister, die durch ihre Ausbildung befähigt und berechtigt sind, ihr Handwerk auch ohne Meistertitel selbstständig auszuüben. Eine weitere Berufsgruppe, die berechtigt ist, einen Energieausweis zu erstellen, ist die der staatlich anerkannten/ geprüften Techniker, deren Spezialisierung auf der Beurteilung von Gebäudehülle, Heizungs-, Warmwasser-, Lüftungs- oder Klimaanlagen fußt. Die Beurteilung von Nichtwohngebäuden ist ausschließlich den oben genannten Absolventen mit Hochschulabschluss vorbehalten.

10. Wann muss ein Energieausweis erstellt werden?

Bei Vermietung, Verkauf, Verpachtung oder Leasing einer Immobilie (oder von Teilen davon) sind Eigentümer dazu verpflichtet, Interessenten bei der Besichtigung unaufgefordert einen Energieausweis vorzuweisen. Nach Vertragsschluss muss dann der Ausweis, bzw. eine Kopie, an neue Eigentümer übergeben werden. Zu beachten ist für Eigentümer, dass bereits bei den Inseraten zur Anwerbung neuer Mieter/ Käufer/ Pächter/ Leasingnehmer zentrale Daten des Energieausweises angeführt werden müssen. Mehr dazu finden Sie unter unserem nächsten Punkt: Welche Rolle spielt der Energieausweis bei Immobilienanzeigen?

11. Welcher Energieausweis ist aussagekräftiger?

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis? Zunächst muss konstatiert werden: Bei allen Ausstellungsberechtigten – auch bei uns – ist der Verbrauchsausweis günstiger zu erwerben als der Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis wird auf Grundlage der tatsächlichen, individuellen Nutzung der letzten (meist: drei) Jahre erstellt, der Bedarfsausweis hingegen auf Grundlage objektiver, standardisierter Berechnungen bei durchschnittlicher Nutzung. Der Vorteil des Verbrauchsweises ergibt sich bei einem Gebäude mit geringer Fluktuation bei den Bewohnern (Mietern). Hier kann tatsächlich eine annähernde Aussage auch über die künftige Nutzung getroffen werden. Zu großen Nachteilen führt er hingegen, wenn Mieter/ Käufer/ Pächter/ Leasingnehmer häufig wechseln – ist der Verbrauch inkonstant bzw. stark schwankend, sagt ein Rückblick auf die letzten Jahre wenig bis gar nichts aus. Man denke etwa an die Unterschiedlichkeit von Studenten-WGs und Familienwohnungen – ggf. sogar benachbart im selben Haus. Ist die eine Partei häufig außer Haus, entstünde mit einer anderen Partei, die sehr regelmäßig daheim ist, ein Durchschnitt des Verbrauchs, der nichts mehr über die Potenziale zur Verbesserung der Energiebilanz aussagte. Die Erhebung beim Bedarfsausweis mag umfangreicher und kostenintensiver sein. Doch die Beurteilung der Energieeffizienz ist in der Regel allemal aussagekräftiger und zukunftsorientierter.

12. Welche Rolle spielt der Energieausweis bei Immobilienanzeigen?

Der Gesetzgeber hat unter diesem Punkt die Rechte der Interessenten, bzw. der potentiellen neuen Besitzer/ Bewohner im Blick. In §16a der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist geregelt, dass bei Inseraten in kommerziellen Medien zentrale Daten des Energieausweises angeführt sein müssen – vorausgesetzt natürlich, dass zu diesem Zeitpunkt ein solcher vorliegt.

Folgende Angaben sind dabei für Wohngebäude Pflicht:

- Art des Energieausweises (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis)
- Endenergieverbrauch oder -bedarf des Gebäudes
- Energieträger der Heizung
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse

Bei Nichtwohngebäuden müssen Endenergieverbrauch bzw. -bedarf für Wärme und Strom getrennt aufgeführt werden. Von den oben genannten Immobilienanzeigen in „kommerziellen Medien“ ausgenommen sind beispielsweise Aushänge an einem schwarzen Brett (an einer Hochschule). Sollten Sie noch weitere Fragen zum Energieausweis haben, können Sie uns gerne kontaktieren.